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Schwarz und weiß

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Filmstill

Ich habe schon viele Filme gesehen, die ein Rätsel waren. Mange, ceci est mon corps von Michelange Quay ist einer dieser Filme - visuell beeindruckend, aber ohne erkennbare Fabel ist der Film zunächst eine Ansammlung starker Bilder, die mich anfangs etwas ratlos zurückgelassen haben. Trotzdem spürte ich, dass sich mehr hinter den Bildern verbirgt, das es zu entdecken gibt. Sicherlich einer der ungewöhnlichsten Filme auf dem 6th World Film Festival of Bangkok .

Der Aufbau

In der ersten Sequenz sieht man Haiti aus der Vogelperspektive. Die Kamera fliegt über die Küste, über die Elendsviertel einer Großstadt und zuletzt durch eine Schlucht. (Sehr beeindruckend gefilmt!)

Danach sieht man eine Hochschwangere bei der Entbindung. Eine Greisin hilft ihr dabei. (So zumindest meine Interpretation dieser Szene.)

Die nächste Sequenz zeigt eine Feier von Schwarzen - es gibt Musik und Tanz und eine Art von Schamanen, der den noch glimmenden Teil eines angekokelten Baumstumpfes kaut und schluckt.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Bilder sehr dokumentarisch. Dieser Charakter ändert sich in der nächsten Sequenz. Ein verfallenes, herrschaftliches Kolonialhaus taucht auf. Schnitt in ein helles Schlafzimmer im klassizistischem Stil. Ein großes Bett steht dort, in dem eine alte weiße Frau liegt. Sie bezeichnet sich selbst als "die Insel", auf der ihre Kinder leben und sie langsam verzehren würden, weil sie immer hungrig seien.