Bangkok leergefegt

Dröhnende Hip-Hop-Rhythmen, aufgemotzte Gäste - normalerweise ist die Royal City Avenue oder oft nur kurz RCA genannt einer der hippsten Plätze zum abends Ausgehen. Normalerweise sieht es hier so aus.

Gestern abend jedoch war die ganze Straße fast leer. Im Route 66 herrschte eher eine Atmosphäre wie in einem etwas gediegenerem Restaurant als in einem Hip Hop-Club für Studenten mit HiSo-Allüren. Es waren zwar alle Tische auf der "East"-Seite besetzt, aber auf die Tanzfläche traute sich niemand.

Warum? Offensichtlich haben alle Angst vor erneuten Bombenanschlägen.

Das Militär stellte - vom Effekt her etwas ungeschickt im Schatten gelegen - einen olivgrünen Laster an den Eingang der Straße, wo dann alle ihre Handtaschen untersuchen lassen müssen.

Ähnliche Kontrollen gibt es auch an den Stationen des BTS Skytrains und in den großen Einkaufszentren. An der BTS-Station Sala Daeng beispielsweise stehen fünf schwer bewaffnete Soldaten am Ein- und Ausgang und durchsuchen ebenfalls die Taschen der Fahrgäste. (Wobei mir von Arbeitskollegen berichtet wurde, dass diese Kontrollen gleich ausgesetzt werden, wenn sich zu viele Leute anstauen.)

Was also ist von dieser Präsenz zu halten? Die Effektivität möchte ich einfach mal bezweifeln, aber nach den Bombenanschlägen scheint das Militär nun mehr Präsenz zeigen zu wollen, dass sie nicht die "lahmen Enten" sind, für die sie wegen ihrer bisherigen Zurückhaltung gehalten werden.

Ob dazu auch die Aufforderung an die thailändischen Medien zählt, keine Berichte und Mitteilungen von Thaksin zu bringen? Dieser Aufforderung haben die Journalisten in Thailand abgelehnt.

"We are confident in the judgement of media practitioners and reject interference from anybody," zitiert The Nation die Thai Journalists Association .

 

0
0
0
s2sdefault

Suche

Free Joomla! template by L.THEME